Das Kniegelenk wird in zwei Untergelenke differenziert:
- das Oberschenkel- Schienbein – Gelenk
- das Schienbein – Kniescheiben - Gelenk
Das Gelenk wird vom Oberschenkelknochen mit seinen zwei Gelenkköpfen (mediale und laterale Femurkondyle) und dem Schienbienplateau gebildet. Die runden Oberschenkelköpfe liegen dabei in den kleinen Mulden des Schienbeinplateaus. Das Verhältnis der Gelenkfläche von Oberschenkel zu Schienbein beträgt dabei etwa 3:1.
Da nur ein punktförmiger Kontakt zwischen Oberschenkel und Schienbein besteht kommt es bei der Beugung des Kniegelenkes zu einer Rollgleitbewegung.
Das Oberschenkel – Kniescheiben – Gelenk
Die Kniescheibe gleitet beim beugen durch eine vorgegebene Gleitbahn zwischen den Oberschenkelknochenköpfen. Insgesamt kann die Kniescheibe so zwischen 5 – 10 cm gleiten. Um diese Strecke zurücklegen zu können, sind größerer Gleitschichten notwendig. Dafür bilden zwei Schleimbeutelzwei große Gleitspalten. An der Kniescheibesetzt von oben die große Oberschenkelmuskulatur an. Die Kraft dieser Muskulatur wird über die Kniescheibe auf den Unterschenkel umgeleitet. Am unteren Kniescheibenpol setzt die Kniescheibensehne an, die zur vorderen Schienbeinkante zieht und an einem Knochenvorsprung sich mit dem Schienbein verbindet.
Um den Oberschenkel in der kleinen Pfanne des Schienbeins zu stabilisieren, gibt es verschiedene Kniestabilisatoren:
- den Meniskus (Innenmeniskus und Außenmeniskus)
- die Kreuzbänder (vordere Kreuzband, hinteres Kreuzband)
- die Seitenbänder (Innenband, Außenband)
- die Gelenkkapsel
Die Menisci (Mehrzahl vom Meniskus) helfen bei der Kraftübertragung von Oberschenkel auf den Unterschenkel. Da der Oberschenkelkopf rund ist und das Schienbeinplateau nahezu gerade kommt es nur zu einem punktförmigen Kontakt. Um die Auflageflächen zu vergrößern, gibt es den Innenmeniskus und den Außenmeniskus. Sie sind an der Inne- und Außenseite als eine Art Stoßdämpfer eingeschoben und helfen die Kraft gleichmäßiger zu verteilen.
Die Kreuzbänder verhindern ein gleiten der Oberschenkelköpfe gegenüber dem Schienbein nach vorne bzw. nach hinten. Sie sind die entscheidenden Stabilisatoren des Kniegelenkes.
Die Seitenbänder stabilisieren in seitlicher Richtung, damit ein Wegknicken des Kniegelenkes in eine O-Bein- oder X-Beinfehlstellung verhindert wird. Das Innenband ist fest mit dem Innenmeniskus verwachsen, daher ist der Innenmeniskus unbeweglicher als der Außenmeniskus.
Die Gelenkkapsel vom Kniegelenk ist bei voller Streckung stark angespannt und stabilisiert. Mit zunehmender Beugung erschlafft sie und die restlichen Stabilisatoren müssen die Aufgaben übernehmen.
Abbildung Kreuzbänder
- Oberschenkelknochen
- Innenmeniskus
- vorderes Kreuzband (VKB)
- Schienbein
- Außenemeniskus
Funktion
Im Normalfall kann das Knie bis 120 – 150° gebeugt und je nach Bandapparat ca. 5 – 10° überstreckt werden. Bei 90° Beugung kann das Knie ungefähr 40° außenrotiert und 10 - 20° innenrotiert werden.
Das Kniegelenk muß die gesamte Last des Rumpfes auf den Unterschenkel weiterleiten.
Röntgenbild Kniegelenk
- Kniescheibe
- Wadenbein
- Oberschenkelknochen
- Schienbein
Erankungen
Kein Gelenk des menschlichen Körpers kennt mehr Verletzungen als das Kniegelenk.
Kniegelenksarthrose
Die häufigste Erkrankung des Kniegelenkes ist die Kniegelenksarthrose. Dabei kommt es zu einem Schaden der Knorpelgleitschicht des Kniegelenkes. Folgen können Entzündung, Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Instabilität sein.
Menisukus und Meniskusriss
Neben dem Knorpelschadens kommen insbesondere mit zunehmenden Alter Risse des Meniskus häufiger vor. Aufgrund der fehlenden Heilungspotenz des Meniskus bleibt bis auf wenigen Ausnahmefällen nur eine Teilentfernung des gerissenen Meniskus.
Kreuzbandverletzung
Seltener, aber in der Regel schwerwiegender ist eine Kreuzbandverletzung , da Sie die Stabilität des Kniegelenkes erheblich einschränken. Im Vergleich häufiger ist die vordere Kreuzbandverletzung, als die hintere.
Seitenbandriss / Innenbanddehnung
Seitenbänderrisse kommen häufig in Kombination mit weiteren Verletzungen vor. Während ein Innenbandschaden gut Heilungspotenzen besitzt, müssen komplette Außenbandrisse in der Regel operativ versorgt werden.